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in Liturgie und Spiritualität e.V.

Wundervoll - voller Wunder

Wundervoll - Barbara J. Lins

Wundervoll – voller Wunder, 

Wann hast Du zuletzt gestaunt?

Nicht über etwas Großes oder Spektakuläres. Nicht über ein Feuerwerk, einen Rekord oder eine außergewöhnliche Leistung. Sondern über etwas Kleines. Einen Sonnenstrahl auf einer Mauer. Das Lachen eines Menschen. Das Muster einer Blattader. Einen Moment der Stille.

Oft verbinden wir Wunder mit etwas Unerklärlichem. Mit Ereignissen, die unsere gewohnte Vorstellung von Wirklichkeit durchbrechen. Doch vielleicht beginnt das Wunder viel früher. Vielleicht beginnt es dort, wo wir genauer hinsehen.

Die Bibel ist voller Wunder. Manche sind außergewöhnlich: Heilungen, Befreiungen, unerwartete Wendungen. Doch ebenso erzählt sie von einem Gott, der im Alltäglichen gegenwärtig ist. Jesus verweist auf die Lilien des Feldes, auf die Vögel unter dem Himmel und auf die kleinen Zeichen des Lebens. Er lenkt den Blick immer wieder auf das, was Menschen leicht übersehen.

Vielleicht ist das Wunder nicht nur das Außergewöhnliche. Vielleicht ist es auch die Fähigkeit, das Gewöhnliche mit neuen Augen zu sehen.

Stellen wir uns vor, wir würden einen kleinen Rahmen vor unsere Augen halten. Plötzlich begrenzt sich unser Blick auf einen winzigen Ausschnitt der Welt. Was vorher selbstverständlich erschien, tritt hervor. Formen werden sichtbar. Farben. Bewegungen. Was eben noch gewöhnlich war, wirkt auf einmal besonders.

Auch im Tanz kennen wir solche Momente. Eine kleine Bewegung kann groß werden. Eine unscheinbare Geste entfaltet Bedeutung. Ein Übergang, der zuvor kaum wahrgenommen wurde, wird lebendig. Wir beginnen zu staunen über das, was schon die ganze Zeit da war.

Der Psalmist betet:

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ (Psalm 139,14)

Dieses Staunen richtet sich nicht auf eine besondere Leistung, sondern auf das Geschenk des Lebens selbst. Auf die Schöpfung. Auf den eigenen Körper. Auf die Fähigkeit zu fühlen, zu denken, zu lieben, sich zu bewegen und anderen zu begegnen.

Vielleicht bedeutet „wundervoll“ deshalb nicht nur, dass etwas schön oder außergewöhnlich ist. Vielleicht bedeutet es: voller Wunder zu sein. Voller Möglichkeiten, Gottes Gegenwart zu entdecken – in der Schöpfung, in anderen Menschen, in uns selbst und mitten im Alltag.

Was wäre, wenn die Welt voller Wunder ist – und Gott uns immer wieder einlädt, sie wahrzunehmen?

Tanzimpuls

Schneide Dir aus einem Blatt Papier einen kleinen Rahmen aus.

Suche anschließend einen Ort und betrachte die Welt durch diesen Rahmen. Wähle einen Ausschnitt, der Deine Aufmerksamkeit weckt.

  • Was sehe ich?

  • Was macht diesen Ausschnitt besonders?

  • Was hätte ich vielleicht übersehen, wenn ich nicht genauer hingeschaut hätte?

  • Fahre mit den Augen die Konturen nach. Entdecke Linien, Formen, Richtungen, Größenverhältnisse oder Bewegungen.

  • Lass daraus Bewegung entstehen:

  • Wie würde sich diese Form bewegen?

  • Ist sie langsam oder schnell?

  • Direkt oder flexibel?

  • Klein oder groß?

  • Plötzlich oder allmählich?

  • Wenn Du magst, kannst Du daraus einige Bewegungen oder eine kleine Tanzsequenz entwickeln oder tiefer in die Tanz-Erforschung gehen

  • Vielleicht entdeckst Du dabei nicht nur neue Bewegungen, sondern auch etwas von dem Staunen, aus dem Wunder wachsen.

  • Barbara J. Lins (Dance&Praise®)

  • https://pixabay.com/de/photos/a-r%C3%A4cher-ufer-strand-landschaft-4174776/

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